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Highland, den 28. Dezember 2007

 

Lieber Rotary Club 1850,

 

Und wieder geht ein Jahr…

Fast  ist das Jahr 2007 vorüber und es ist Zeit für meinen zweiten Erfahrungsbericht. Ich möchte Ihnen von meinen Erlebnissen der letzten drei Monate hier im Herzen der USA erzählen.

Drei Monate, in denen ich viel erlebt, gelernt und kennengelernt habe.

Im Oktober habe ich eine Kürbisfarm besucht, um aus der riesigen Auswahl an Kürbissen, die die Farm zu bieten hatte meinen eigenen auszuwählen und ihn später in einen echten Jack-O‘-Lantern zu verwandeln. Alle Inbounds des Districts haben sich zu einem Fun Weekend in Granit City getroffen und wir haben einen Tag im Freizeitpark Six Flags verbracht. Schon am nächsten Wochenende haben wir uns wieder getroffen: auf der Rotary District Konferenz in Springfield. Dort haben wir angehende Outbounds kennengelernt und viel über Aktionen des Interact Clubs erfahren.

Im Oktober habe ich frühzeitig meine Gastfamilie gewechselt. Was ich bis heute als eine sehr gute Entscheidung beurteile. Während die erste Gastfamilie, ein älteres Ehepaar ohne Kinder im Haus,  offenbar nur einen Austauschschüler aufnahm, um sich in der neuen Stadt zu profilieren, habe ich nun eine Familie, bei der ich mich wirklich wohl fühle und als Familienmitglied integriert bin.

Ende Oktober habe ich schließlich mit Freunden aus dem French Club Halloween gefeiert, mit Kostüm, „Trick or Treaty“ und allem, was dazu gehört. Außerdem bin ich nun Mitglied im Interact Club meiner Schule. Man kann zwar nicht behaupten, dass es regelmäßige Treffen gäbe, aber erste Aktionen sind in Planung.

Anfang Dezember bin ich mit dem French und Spanish Club meiner Schule nach Chicago gefahren. In der „Windy City“ haben wir den lateinamerikanisch geprägten Stadtteil Pilsen und das Field Museum besichtigt, echte Chicago-Pizza gegessen und die vielen Wolkenkratzer auf uns wirken lassen. Nach zwei Tagen ging es schon wieder zurück nach Highland: nicht besonders lateinamerikanisch geprägt, viel Tiefkühlpizza und weiß Gott keine Wolkenkratzer.

Während des Mitte November vom Rotary Club Quincy organisierten Fun Weekends sind wir bowlen gegangen, haben mal wieder viel zu viel Junk Food gegessen, ein klassisches Konzert besucht und einen schönen Nachmittag am Mississippi River genossen.

In der Woche musste ich im Fach Public Speaking meine „Informative Speech“ halten. Mein Thema war High School in Germany („Nein, in deutschen Schulen gibt es keine Bierautomaten…“).

Ende November war Thanksgiving. Dabei stand natürlich das  traditionelle Festessen, bestehend aus Truthahn, süßen Kartoffeln und Kürbiskuchen, im Mittelpunkt.

Am Tag nach Thanksgiving ist der inoffiziell-offizielle Beginn des Weihnachtswahnsinns: An diesem Tag, der auch Black Friday genannt wird, stürmen die Leute mitten in der Nacht die Geschäfte, um besondere Schnäppchen zu ergattern. Da ich natürlich dieses Stück amerikanischer Kultur nicht verpassen durfte, habe ich mich mit meiner Gastmutter tatsächlich um drei Uhr in der Nacht zu Wal Mart aufgemacht, um dort eine Stunde lang halbschlafend vor einer Kiste zu warten und pünktlich um vier Uhr über deren Inhalt herzufallen.

Auch der Dezember begann mit einem Ausflug nach Chicago. Mit meiner Gastfamilie habe ich fünf Tage in der mittlerweile eiskalten und weihnachtlich geschmückten Super-Stadt verbracht. Wir haben unter anderem das Shedd Aquarium und das Field Museum besucht und ganz nebenbei einen Großteil der Weihnachtseinkäufe erledigt…

Auch Highland gab sich nun Mühe, dem durch Spielfilme erschaffenen europäischen Bild einer amerikanischen Kleinstadt in der Weihnachtszeit voll nachzukommen. Man brachte mit Hilfe tausender Lichterketten ganze Stadtteile zum Leuchten und baute eine kleine Hütte, in der Santa Claus bis Weihnachten für Familienausflüge residieren durfte.

Mit meiner Gastfamilie bin ich also auch zur Hütte gefahren, um zusammen mit meinen zwei kleinen Gastbrüdern für das Foto für die Weihnachtskarten zu posieren und ihm höchstpersönlich Weihnachtswünsche zu überbringen.

In der Woche war außerdem der Winter Dance meiner High School. Das war nicht besonders spannend, aber eine Erfahrung mehr.

Und dann war es auch schon fast Weihnachten. Wir haben Chocolate Chip Cookies für Santa gebacken, dazu ein Glas Milch und natürlich Karotten für die Rentiere an den Kamin gelegt.

Weihnachten wurden wir alle reich beschenkt und hatten so viele Familienfeiern, dass ich gar keine Zeit hatte, Heimweh zu bekommen.

 

04. Januar 2008

Jetzt kommt also der zweite Teil meines Berichts. Ich möchte Ihnen von meinem Silvester berichten: Nachdem der Rotary District Walker, einem Austauschschüler aus Taiwan, der etwa 45 Minuten von mir entfernt wohnt, und mir den Ausflug genehmigt hatte, konnten wir mit dem Zug nach Springfield, der Hauptstadt des Bundesstaates Illinois aufbrechen. Dort übernachteten wir bei angehenden Rotary Austauschschülern, die wir auf Fun Weekends kennengelernt hatten.  In Springfield ist alles Lincoln, dem 16. Präsidenten der USA gewidmet. Also haben wir das Lincoln Museum, sowie das Lincoln Memorial besichtigt.

Dass der Ausflug überhaupt genehmigt wurde ist recht außergewöhnlich, denn es ist mir untersagt, ohne Begleitung eines Rotariers die Stadt zu verlassen (genauso wie es mir übrigens unterlassen ist, in dem Auto eines unter 21 jährigen mitzufahren, was das Leben im ländlichen Amerika nicht gerade unabhängiger macht). Ich finde diese Regeln teilweise wirklich übertrieben, obgleich ich weiß, dass sie vor allem für einen sicheren Aufenthalt des Austauschschülers sorgen sollen; jedoch kann man sich kaum mit Freunden treffen, da die Gastfamilie natürlich kein Taxiunternehmen ist.

Gestern hat die Schule wieder angefangen und ich freue mich auf meine neuen Kurse Psychologie und Literature in Hollywood, die vielversprechend abwechslungsreich klingen. Der Unterricht ist überwiegend sehr eintönig und es fehlt ein intellektueller Anspruch. Für meine Schule in Deutschland muss ich außerdem vorweisen, dass ich einen Französisch Kurs belegt habe, aber ich kann an meiner Schule keinen wählen.

Ich habe Freunde gefunden, auch wenn diese Freundschaften recht oberflächlich sind. Außerdem begrenzt sich das Gesprächsthema vieler amerikanischen Jugendlichen auf Drogen- und Alkoholkonsum.

Jeden Dienstag gehe ich um Luch zum Rotary Meeting. Die Rotarier sind alle sehr nett. Mitte des Monats werde ich in einer Rede Deutschland allgemein, Sulingen, meine Familie und meine bisherigen Erlebnisse vorstellen (ich muss nur noch einen Weg finden, das alles in 20 Minuten unterzubringen…).

 

Fotos und Berichte sind auf meiner Homepage vorzufinden: www.eda-in-illinois.de.tl

 

Ein gutes Neues Jahr 2008 wünscht Ihnen

Esther Nagel

 
 

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